© 2008 Adam Piechowski Kontrolle der Qualität ausgeführter Nietarbeiten

Ausbildungsberufe bei der Lufthansa Technical Training, Folge 1

Fluggerätmechaniker Fertigungstechnik

Grob beschrieben sind Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Fertigungstechnik dafür verantwortlich, dass die Flugzeuge immer einsatzbereit und sicher sind. Sie reparieren und fertigen Ersatzteile für Leitwerke, Tragflächen und Rümpfe. Außerdem kennen sie jeden Handgriff beim Einbau von Landeklappen, Türen oder Kabineneinrichtungen. So auch die 21-jährige Regina Rühlmann, die uns einen Einblick in ihren Ausbildungsalltag gewährt hat.

Mit einem Schmunzeln erinnert sich die Abiturientin zurück an die Zeit, als sie ihr Schulpraktikum in den Werkräumen der Lufthansa Technical Training (LTT) absolvierte. „Die Arbeit an Flugzeugen hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich nach dem Abitur unbedingt bewerben wollte“. Nach erfolgreichen Einstellungsgesprächen und einem Eignungstest kam sie zur dreieinhalbjährigen Ausbildung als Fluggerätmechanikerin in der Fachrichtung Fertigungstechnik.

Regina Rühlmann beim Schleifen

Seit nunmehr über drei Jahren gehören Arbeiten wie Feilen, Schleifen, Nieten und Bohren zu Reginas Aufgabengebiet. Teilweise sind dies schweißtreibende Tätigkeiten, bei denen es gilt, sich durchzusetzen – gerade in einem von Männern dominierten Beruf. Regina ist die einzige Frau sowohl in ihrer Gruppe als auch in ihrer Berufsschulklasse. „Als Frau muss man sich anpassen“ meint Regina, dennoch fiel ihr die Integration ins Team nicht schwer.

Frauen sind keinesfalls im Nachteil, denn bei den zu bewältigenden Aufgaben ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. Flugzeugbauteile sind teilweise mit Toleranzen von Millimeterbruchteilen genau zu fertigen. Da von der einwandfreien Funktion eines jeden noch so kleinen Teils die Sicherheit von Besatzungen und Passagieren abhängt, übernehmen die Techniker am Boden eine große Verantwortung. „Für die körperlich schweren Arbeiten sind Maschinen zuständig“, erklärt Regina Rühlmann und merkt an, dass vor allem die Teamarbeit an erster Stelle steht: „In einem guten Team macht das Arbeiten am meisten Spaß“

Kontrolle der Qualität ausgeführter Nietarbeiten

Spezialisierungen innerhalb einzelner Bereiche sind an der Tagesordnung. Im Laufe ihrer Ausbildung müssen sich die Mechaniker in vertiefenden Fachlehrgängen zum Beispiel für einen bestimmten Flugzeugtyp qualifizieren. „Können heißt nicht dürfen“, sagt Regina und meint damit, dass der offizielle Ausbildungsstand einer ständigen Erweiterung bedarf. Fällt ein Mitarbeiter bei der Prüfung für ein neues Flugzeugmuster durch, darf er schlicht und ergreifend keine Arbeiten an diesem durchführen. Jede Reparatur ist anders und neben den streng einzuhaltenden Reparaturvorschriften kommt eigenes Tüfteln und Grübeln nicht zu kurz. Und schließlich ist am Flugzeug Erfahrung durch nichts zu ersetzen.

Die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker erfolgt zu Teilen in der Lehrwerkstatt, der Berufsschule, auf Lehrgängen und in verschiedenen Bereichen der Lufthansa Technik. Letzteres gefällt Regina am besten. Bedenken, dass man als Frau in diesem Beruf nicht ernst genommen wird, hatte sie anfangs zwar auch. Heute weiß sie, dass diese unbegründet waren: „Diese Ängste verschwanden bei meinem ersten Betriebseinsatz. Mir wurden schon früh verantwortungsvolle Tätigkeiten zugetraut. Gerade zu Anfang stand ich vor großen Herausforderungen und mir wurde viel erklärt. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass man als Frau benachteiligt wird oder in diesem Beruf nicht erwünscht ist“, so Regina.

Maßabnahme zur Reparaturvorbereitung

Die Frage nach ihren Plänen für die Zukunft beantwortet sie prompt: „Ich will Flugzeugbau studieren.“ Mit einer solchen Qualifikation kann sie dann auch Ingenieurstätigkeiten durchführen. „Wenn ich mich weiterbilde, stehen mir viel mehr Möglichkeiten offen, mit denen natürlich auch die Verantwortung wächst. Ich könnte beispielsweise einen D-Check leiten, bei dem ein Flugzeug komplett auseinander genommen, gewartet und wieder zusammengebaut wird und stünde nicht noch mit 40 Jahren an der Werkbank. Auf jeden Fall habe ich meinen Traumberuf gefunden“, freut sich Regina.

Voraussetzungen

  • Mittlere Reife mit mindestens befriedigenden Noten, Fachhochschulreife oder Abitur
  • Ausgeprägtes Interesse an Mathematik und Physik
  • Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit
  • Kommunikationsbereitschaft und Teamfähigkeit

Kontakt

Lufthansa Technical Training
Weg beim Jäger 193
22335 Hamburg
Telefon: 040/50 70 25 20
Fax: 040/50 70 47 46
E-Mail: azubimarketing@ltt.dlh.de
Internet: www.ltt.aero
Online-Bewerbung: www.be-lufthansa.com

Fertigung eines Bauteils für einen VIP-Jet

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