© 2008 Adam Piechowski Am PC werden Tests, Ergebnisse und Fehler dokumentiert

Ausbildungsberufe bei der Lufthansa Technical Training, Folge 2

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme

Der reibungslose Ablauf des Flugverkehrs ist ohne modernste Elektronik undenkbar. Dutzende von Computern bilden an Bord das Gehirn des Flugzeugs. Dafür sind höchste technische Qualität, zuverlässige Kontrollen und perfekte Wartung unerlässlich. Um diese Verantwortung zu übernehmen, hat sich der 22-jährige Tiemo Esemann für die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme entschieden.

„Man braucht viel Hintergrundwissen, mehr als in anderen Ausbildungszweigen“, verrät Tiemo, der sich bereits im dritten Lehrjahr befindet. Sein erstes Jahr bestand hauptsächlich aus Berufsschulunterricht und internen Lehrgängen bei der Lufthansa, die noch um einiges intensiver sind als die schulischen. Hier werden wichtige Grundfähigkeiten wie Löten, Weichlöten, Messtechnik, Installationen und Feinmechanik vermittelt. Erst nach anderthalb Jahren wird den Auszubildenden nach erfolgreicher Abschlussprüfung 1 der Einsatz im Betrieb gewährt.

Vorbereitung auf die praktische Abschlussprüfung

Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme sind für die Prüfung, Reparatur und Inbetriebnahme aller elektrischen und elektronischen Anlagen im Flugzeug verantwortlich. Sie verlegen und verbinden Leitungen, überholen diese oder wechseln ganze Kabelbäume aus. Außerdem prüfen sie elektronische Bauteile, analysieren und beheben Störungen, bauen elektronische Bauteile zu Baugruppen zusammen und montieren sie in Geräte der Luftfahrttechnik. Selbstständiges Arbeiten nach Zeichnungen und englischsprachigen Vorschriften sind für die Elektroniker selbstverständlich.

Weitere Aufgaben sind das Planen und Steuern von Produktionsabläufen sowie Organisieren von Gruppenarbeit und Prozessschritten. Die Elektroniker verlegen und verbinden Energie-, Signal- und Datenleitungen, montieren und installieren Komponenten zu Systemen. Darüber hinaus nehmen sie Sensorsysteme, Baugruppen der elektrischen Steuerungs- und Regelungstechnik sowie elektropneumatische und hydraulische Stellglieder in Betrieb. Die Installation, Prüfung und Inbetriebnahme von Kommunikations-, Radar- und Autopilotanlagen gehören ebenso zu ihrem Arbeitsbereich wie die Installation und Konfiguration von Software. Dabei wird mit spezieller Testsoftware und Diagnosesystemen gearbeitet.

Tiemo Esemann kontrolliert ein defektes ECAM-Panel

„Wir unterscheiden unter zwei Geräteklassen“, merkt Tiemo Esemann an, „Es gibt zum einen die Lufthansa-Pool-Geräte und zum anderen die Kundengeräte“. In den Lufthansa-Geräte-Pool können sich auch andere Fluggesellschaften einkaufen und zahlen dafür eine Pauschale (Flatrate). Geht ein Bordinstrument kaputt, so wird es ausgebaut und direkt gegen ein gleichwertiges sowie überprüftes Exemplar ausgetauscht. So ist gewährleistet, dass sich das Flugzeug, aus dem das Gerät stammt, nicht auf eine lange Reparaturzeit einstellen muss. Die defekte Einheit geht dann in die Werkstatt und gelangt, sofern sich die Reparatur lohnt, nach der Überholung wieder in den Pool.

Wer defekte Geräte bei der Lufthansa reparieren lassen will, sich aber nicht in den Geräte-Pool eingekauft hat, erhält hingegen eine klassische Reparatur. Es wird ein Kostenvoranschlag erstellt und sofern ein Reparaturauftrag erteilt wird, erhält der Kunde kein gleichwertiges Austauschgerät, sondern das „alte“ reparierte zurück.

Am PC werden Tests, Ergebnisse und Fehler dokumentiert

Tiemo Esemanns Arbeitsalltag sieht aus wie folgt: Er nimmt sich ein defektes Instrument aus dem Eingangsregal und schaut zunächst nach einer eventuellen Fehlerbeschreibung. Trotz dieser Angaben werden die Geräte vollständig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. Dazu werden sie geöffnet und nach einer ersten Inaugenscheinnahme an speziell auf die jeweiligen Instrumente angepasste Testgeräte angeschlossen. Diese simulieren alle möglichen Situationen, die auch während des Betriebs an Bord des Flugzeugs auftreten können. Ist der Fehler gefunden, werden Ersatzteile bestellt, um das Gerät schnellstmöglich wieder instand zu setzen.

„Damit die Geräte nicht bei der Reparatur weiter beschädigt werden, sind antistatische Hausschuhe und ein sauberer Kittel Pflicht. Außerdem ist die Raumluft in den Werkstätten klimatisiert und staubgefiltert“, erzählt Tiemo, während er ein repariertes Gerät reinigt. Als letzter Schritt steht dann der abschließende Kompletttest an, ohne den kein Gerät die Werkstatt verlässt. Anschließend werden die Reparaturen am PC vermerkt. „Manchmal kommt es vor, dass man zwei, drei Tage vor einem Monitor sitzt, den Fehler sucht – und nichts passiert. Aber das ist halb so schlimm, wenn man sich einen D-Check am Flugzeug anschaut und Gerätetypen wiederentdeckt, die man selbst schon einmal repariert hat. Das ist ein tolles Gefühl“, freut sich Tiemo über seine Arbeit. Unterschreitet ein defektes Gerät allerdings seinen so genannten Schrottwert, neigt sich dessen Leben dem Ende zu: Es wird entsorgt.

Voraussetzungen

  • Mittlere Reife mit mindestens befriedigenden Noten, Fachhochschulreife oder Abitur
  • Ausgeprägtes Interesse an Mathematik und Physik
  • Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit
  • Kommunikationsbereitschaft und Teamfähigkeit

Kontakt

Lufthansa Technical Training
Weg beim Jäger 193
22335 Hamburg
Telefon: 040/50 70 25 20
Fax: 040/50 70 47 46
E-Mail: azubimarketing@ltt.dlh.de
Internet: www.ltt.aero
Online-Bewerbung: www.be-lufthansa.com

Es wird strikt nach Handbuch-Anweisungen gearbeitet

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