© 2008 Adam Piechowski Der richtige Umgang mit Werkzeugen wird vermittelt

Ausbildungsberufe bei der Lufthansa Technical Training, Folge 3

Fluggerätmechaniker Instandhaltungstechnik

„Zwar war der Einstellungstest anspruchsvoll, aber nicht unlösbar“, erinnert sich Matthias Schillhorn an den Anfang seiner Karriere als Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Instandhaltungstechnik zurück. Eine Prüfung, die in diesem Beruf nicht die Letzten bleiben soll.

Die perfekte Funktion der Flugzeuge und ihrer Systeme hat bei der Lufthansa höchste Priorität. Instandhaltungstechniker sorgen mit Know-how und Fingerspitzengefühl für die Sicherheit beim Starten, Fliegen und Landen. Sie arbeiten im Team beim Flugzeug-Check und erledigen Wartungsarbeiten sowohl an mechanischen als auch an elektrischen und elektronischen Systemen. Da ihr Können rund um die Uhr gefragt ist, ist Schichtdienst für sie eine Selbstverständlichkeit. Matthias Schillhorn ist Abiturient, 22 Jahre alt und befindet sich mittlerweile im dritten Lehrjahr.

Matthias Schillhorn überprüft ein Fahrwerk

„Ich wurde schon im Flugzeug-Dock eingesetzt, außerdem in den Werkstätten für Hydraulik, Pneumatik sowie VIP-Flugzeuge“, resümiert Schillhorn die vergangenen Monate. Sein letzter Einsatzort war die Abteilung Rettung und Sicherheit. Hier gehört etwa die Wartung von Stickstoffflaschen für die Notrutschen zu seinen Aufgaben. Allerdings müssen die Auszubildenden vor dem ersten Einsatz am Flugzeug die elementare Grundausbildung in der Lehrwerkstatt absolvieren. Hier lernen die Azubis den richtigen Umgang mit Werkzeugen, die später im Arbeitsalltag zur Anwendung kommen.

„Nach der Grundausbildung war meine erste Aufgabe die Hilfe beim Ausbau eines Fahrwerks. Das war wirklich superinteressant“, so Schillhorn. „Man lernt beim praktischen Einsatz am Flugzeug die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bauteilen kennen. Und es ist schon ein komisches Gefühl an einem solch gigantischen Fahrwerk zu stehen, dessen Räder einem bis über die Hüfte ragen.“ Ist das Fahrwerk erst einmal entfernt, werden je nach Bedarf verschiedene Tätigkeiten Ausgeführt wie beispielsweise ein Reifenwechsel oder das Instandsetzen der Bremse.

Arbeit streng nach Vorschriften der Gerätehersteller

Reparaturen werden von den Fluggerätmechanikern Instandhaltungstechnik zwar durchgeführt, dies ist aber nicht die Regel. Dies gilt vor allem für spezielle Bereiche wie etwa die Triebwerke. Ist ein Triebwerk defekt, wären beispielsweise Matthias Schillhorn und seine Kollegen gefragt, dieses aus- und nach der Behebung des Schadens wieder einzubauen. Die Instandsetzung selbst wird in diesem Fall von Spezialisten, also den Triebwerksmechanikern durchgeführt.

Es geht also hauptsächlich um das Montieren und teilweise die Reparatur verschiedener Baugruppen am Flugzeug. Ferner gehört zu den Aufgaben von Schillhorn das Auseinandernehmen oder Montieren von Systembauteilen. Auch Einstellarbeiten an Flugzeugsystemen wie etwa am Leitwerk werden von den Instandhaltungstechnikern übernommen. Sie sind bei technischen Problemen an der Fehlersuche und Fehlerbehebung beteiligt, machen Vor-, Zwischen- sowie Nachflugkontrollen, führen Sichtkontrollen durch und erteilen technische Flugfreigaben. Hier ist die Verantwortung natürlich groß.

Befund und Reparatur von Geräten

„Wenn eine Passagiermaschine technische Probleme mit der Bremse hat, ist dies natürlich nicht im straffen Zeitplan der Airlines vorgesehen. Hier muss ich als Instandhaltungstechniker die richtige Entscheidung treffen, ob das Flugzeug zur Reparatur ins Dock muss oder der geplante Flug keine Gefahr birgt. Eine Entscheidung also, bei der es nicht nur um Geld geht, sondern auch um die Gesundheit von Fluggästen und Besatzung“, erzählt Schillhorn.

Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung, die bei entsprechenden Voraussetzungen um ein halbes Jahr verkürzt werden kann, gibt es eine Facharbeiterprüfung und eine Gesellenprüfung. Die Lehrlinge müssen sich auf mehrere verschiedene Prüfungsgeräte vorbereiten, an denen sie ihre praktischen Fertigkeiten unter Beweis stellen müssen: „Bis zum letzten Tag weiß man nicht, welches Gerät in der Prüfung drankommt.“

Später möchte Matthias Schillhorn Flugzeugbau studieren, um sich so eine bessere berufliche Perspektive für die Zukunft zu schaffen. Hier hat er die Möglichkeit, verschiedene Fachrichtungen einzuschlagen. Der Bereich Neuentwicklung reizt ihn nicht sonderlich, indes würde er gerne sein Talent im Cockpitausbau und der Auslegung der Kabinengeometrie fördern. „Mit diesem Wissen wäre ich für die Arbeit an VIP-Flugzeugen bei verschiedenen Airlines viel flexibler einsetzbar“, fasst Matthias seinen Traum in Worte.

Voraussetzungen

  • Mittlere Reife mit mindestens befriedigenden Noten, Fachhochschulreife oder Abitur
  • Ausgeprägtes Interesse an Mathematik und Physik
  • Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit
  • Kommunikationsbereitschaft und Teamfähigkeit

Kontakt

Lufthansa Technical Training
Weg beim Jäger 193
22335 Hamburg
Telefon: 040/50 70 25 20
Fax: 040/50 70 47 46
E-Mail: azubimarketing@ltt.dlh.de
Internet: www.ltt.aero
Online-Bewerbung: www.be-lufthansa.com

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