© 2008 Adam Piechowski Montage eines frisch lackierten Spinners

Ausbildungsberufe bei der Lufthansa Technical Training, Folge 5

Fluggerätmechaniker Triebwerkstechnik

Der Motor ist das Herz des Flugzeugs. Einwandfrei funktionierende Triebwerke sind daher für die Sicherheit sowie den reibungslosen Flug unabdingbar. Und genau hier kann Andreas Mesenich, 21 Jahre alt, seine Begeisterung für Motoren und Technik ausleben.

Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Triebwerkstechnik sind für die Montage der Triebwerke verantwortlich und sorgen dafür, dass diese stets gewartet, repariert und einsatzbereit sind. Sie bauen Einzelteile anhand von technischen Zeichnungen zu Baugruppen, Triebwerksmodulen oder ganzen Triebwerken zusammen. Des Weiteren nehmen sie Triebwerke bei der Generalüberholung komplett auseinander, prüfen die Teile, ersetzen sie gegebenenfalls und bauen anschließend wieder alles zusammen. Diese Aufgaben erfordern nicht nur absolute Konzentration, sondern auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein.

Andreas Mesenich überholt ein Langstreckentriebwerk

Nach seinem Schulabschluss hat Mesenich an der Berufsorientierten Ausbildungsvorbereitung für Hauptschüler ohne Lehrstelle, kurz BeoA, teilgenommen. Diese zehnmonatige Qualifikationsmaßnahme wird von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Netzwerk der Initiative für Beschäftigung sowie der Behörde für Bildung und Sport gefördert. Anschließend besteht die Möglichkeit einer Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis – diesen Weg hat Andreas Mesenich eingeschlagen. „Natürlich musste ich trotzdem durch den Einstellungstest kommen wie jeder andere Bewerber auch“, erklärt Mesenich.

Mittlerweile befindet er sich im vierten Lehrjahr und hat schon so manche Ausbildungsstation auf der Lufthansabasis in Hamburg durchlaufen. Genauer gesagt, handelt es sich dabei um die verschiedenen Fachwerkstätten für die Brennkammern, Triebwerksschaufeln, Reinigung, Rissprüfung und Endaufrüstung.

Die Triebwerkseinstellungen werden kontrolliert

Nimmt man die Rissprüfung als Beispiel, so lernt Andreas Mesenich die verschiedenen Verfahren zum Aufspüren von Materialschäden kennen. Bei feinsten Haarrissen ist eine Sichtkontrolle an wichtigen Bauteilen wie schnell rotierenden Triebwerksschaufeln unzureichend. Hier muss ganz genau geprüft werden, damit die Schaufel im Betrieb nicht auseinander reißt und während des Flugs das Triebwerk beschädigt.

Für die Kontrolle kommen Verfahren wie die Magnetpulverprüfung (Magnaflux) zum Tragen. Hierbei handelt es sich um eine zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, bei der ferromagnetische Werkstoffe einem Magnetfeld ausgesetzt werden. Durch Einsatz magnetischer Partikel werden Risse und Einschlüsse auf oder direkt unter der Oberfläche sichtbar gemacht. Alternativ kann man die Triebwerksteile in ein Fluid tauchen, das sich in den Rissen und Einschlüssen festsetzt und anschließend unter UV-Licht zu leuchten beginnt. Weitere Prüfmethoden sind das Wirbelstrom-, Ultraschall- und Röntgenverfahren.

Triebwerks-Check nach 25.000 Flugstunden

Neben den Fachwerkstätten ist der Einsatz am Triebwerksprüfstand eine reizvolle, wenn auch manchmal dreckige Aufgabe. „Da kann man nach dem Auseinanderschrauben einer Turbine schon mal ziemlich ölverschmiert in den Feierabend gehen“, schmunzelt Andreas Mesenich. Im Prüfstand werden die wichtigsten Daten wie Drehzahl, Brennraum- und Abgastemperatur, Vibrationen oder Spritverbrauch abgefragt. Bei falscher Einstellung des Motors leidet dessen Effizienz. Es werden also nicht nur beschädigte Teile repariert oder ausgetauscht: „Wenn für dieselbe Leistung plötzlich mehr Sprit in den Motor gepumpt werden muss, läuft er irgendwann unwirtschaftlich. Mein Job ist es, ihn dann wieder korrekt einzustellen.“ Übrigens gibt es für jeden Triebwerkshersteller eine eigene Base, in der die Mechaniker auf die entsprechenden Motoren spezialisiert sind.

Mesenich arbeitet am liebsten im Dock, also direkt am Flugzeug in der Halle. „Reparaturen sind nichts für mich“, gibt er zu. Dafür hat er andere Interessen, die man bei der Lufthansa gut unterbringen kann: „Im Laufe der Zeit lernt man auch interessante Bereiche wie das Cockpit kennen. Von dort aus werden die Motoren zu Testzwecken angeworfen, das ist ganz schön spannend.“ Und darüber hinaus auch sauber.

Voraussetzungen

  • Mittlere Reife mit mindestens befriedigenden Noten, Fachhochschulreife oder Abitur
  • Ausgeprägtes Interesse an Mathematik und Physik
  • Handwerkliches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit
  • Kommunikationsbereitschaft und Teamfähigkeit

Kontakt

Lufthansa Technical Training
Weg beim Jäger 193
22335 Hamburg
Telefon: 040/50 70 25 20
Fax: 040/50 70 47 46
E-Mail: azubimarketing@ltt.dlh.de
Internet: www.ltt.aero
Online-Bewerbung: www.be-lufthansa.com

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